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Der letzte Zivi möchte seine Erfahrungen nicht missen PDF Drucken E-Mail

Unterschiedlich geformte Metallteile lagern in zahlreichen Kartons oder auf langen Tischen, an denen Männer und Frauen sitzen, die Einzelteile montieren, aus irgendeinem Radio tönt das „Haus am See“  - es herrscht geschäftiges Treiben. Inmitten dieser Arbeitsgruppe der Werkstatt für Menschen mit seelischer Behinderung  in der Bruchsaler Moltkestraße sitzt Fabian Kasel.

Der junge Mann mit den dunklen Haaren ist der letzte Zivi der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten. Sein Dienst endet in dieser Woche. Und was nimmt er – nach 15 Monaten Zivildienst in einer Behindertenwerkstatt - mit? „Jede Menge interessante und positive Erfahrungen, die man sonst nicht sammeln kann“. So habe er vorher noch nie etwas mit behinderten Menschen zu tun gehabt und seine Sichtweise auf Menschen mit (seelischem) Handicap geändert. „Es sind Menschen wie du und ich“, sagt der 21-Jährige, der zuvor behinderten Menschen eher distanziert gegenüberstand. „Man kann den Leuten, die hier arbeiten, unglaublich weiterhelfen, dadurch, dass man da ist und zuhört“, erzählt Fabian Kasel.


Als Bindeglied - und manchmal auch Vermittler - zwischen Mitarbeitern und Gruppenleitern hatte er eine wichtige Funktion inne. So bestehe ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Zivis, (bzw. FSJlern oder Bufdis) und den Mitarbeitern: die Gruppenleiter duzen die Mitarbeiter nicht, Zivis dürften das schon, wenn sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt hat, berichtet der junge Mann.letzterzivi1bearb_2.jpg
Zudem entlastet er die Gruppenleiter, indem er auch mit anpackt, die Bohrmaschine bedient, Montagearbeiten oder Qualitätskontrollen durchführt. Und wieso wollte er seinen Zivildienst in einer Behindertenwerkstatt absolvieren? „Ich machte in der 11. Klasse mein Sozialpraktikum in einem Kindergarten. Ein Freund war damals Praktikant bei der Lebenshilfe und erzählte mir, dass die Arbeit dort sehr viel Spaß gemacht hatte“.


Und wie geht es jetzt weiter? Vielleicht geht er für ein halbes Jahr ins Ausland, danach will er Wirtschaftsinformatik studieren. Auf die gesammelten Erfahrungen in der Werkstatt möchte er jedoch nicht verzichten, betont er.
Peter Hafner, Hauptgeschäftsführer der Lebenshilfe, bedauert sehr, dass mit Fabian Kasel der letzte von ehemals 60 Zivis geht. „Wir setzen alles daran, um die durch die Abschaffung des Zivildienstes entstandene Lücke zu schließen“. Die Lebenshilfe Bruchsal-Bretten bietet immer wieder offenen Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Berufsvorbereitendes Soziales Jahr (BSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD - ohne Altersbeschränkung)
In den Lebenshilfe-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen bestehen Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Elektromontage, Schreinerei, Digital- und Transferdruck. Ebenso können Interessierte in den Wohnstätten sowie den Förder- und Betreuungsgruppen eingesetzt werden. Hinzu kommen Fahrdienste oder Betreuung bei Freizeitveranstaltungen. Besondere handwerkliche Fähigkeiten werden nicht verlangt.

Ansprechpartner: Felix Kappler, Tel. 07251-715-158,
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Weitere Infos unter: www.lebenshilfe-bruchsal.de

16.12.2012

 
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